Pferde als Co-Trainer
Innovative Methode bei Führungskräfte- und Teamtrainings oder neumodischer Kram?

Kommunikation ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt jeglichen menschlichen Zusammenlebens, sei es in Unternehmen, in Teams, im Verein oder in der Familie. Und genau da liegt häufig die Krux. Kennen Sie diese Situation?

Viele Missverständnisse und Probleme entstehen auf der Kommunikationsebene und dies führt nicht seltenen zu Verstimmungen und in Folge auch zu Konflikten.



© Rico Kühnel_pixelio

Werden diese Verstimmungen und Konflikte nicht sauber bearbeitet, ziehen diese oft eine langfristige Schädigung des Zusammenlebens nach sich. Abhilfe schafft hier nur eine Reflektion des praktizierten Kommunikationsstils und Führungsstils. Dabei bedient sich die Kommunikation der verbalen und nonverbalen Ebene. Aber sehr häufig wird der nonverbale Anteil sträflich vernachlässigt. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der nonverbale Anteil (Körpersprache, Gestik und Mimik) mit über 90% einen wesentlichen Bestandteil unserer Kommunikation ausmacht. Und genau da setzt das Konzept des pferdegestützten Trainings an.



    Ein kleiner Ausflug in die Psychologie

    Aus der Psychologie kennt man verschiedene Persönlichkeits-Modelle für Menschen u.a. das DISG-Modell, beruhend auf der Arbeit des Psychologen William Moulton Marston. Das Modell beschreibt die Ausprägungen von Verhaltenstendenzen. Auf dieser Basis seiner Untersuchungen definierte Marston die folgenden vier Grundtypen der Persönlichkeit:

    Dominant (D) = extrovertiertes und aufgabenorientiertes Verhalten

    Initiativ (I) = extrovertiertes und menschenorientiertes Verhalten

    Stetig (S) = introvertiertes und menschenorientiertes Verhalten

    Gewissenhaft (G) = introvertiertes und aufgabenorientiertes Verhalten

    In der Praxis bestehen neben der Präferenz der Ausprägung zahlreiche Mischformen.

    Auch bei Pferden zeigen sich verschiedene Persönlichkeitstypen. 1993 erfand Pat Parelli, USA den Begriff „Horsenality“, um die verschiedenen Persönlichkeiten der Pferde in verständlichen, praktikablen Katego-rien einteilen zu können. Es geht in erster Linie darum, dass Pferde, genau wie wir Menschen auch, un-terschiedliche Persönlichkeiten und Bedürfnisse haben.

    Die vier Persönlichkeitstypen nach Parelli sind: (Originaltextquelle http://www.parelli-instruktoren.com)

    Left Brain extrovertiert:

    Dieses Pferd hat einen sehr verspielten Charakter und braucht viel Abwechslung. Es lernt schnell und beginnt deshalb sehr schnell seine eigenen Ideen zu entwickeln, wenn es ihm zu langweilig wird.

    Left Brain introvertiert:

    Willkommen in der Welt von „Weshalb sollte ich etwas für dich tun? Was springt dabei für mich raus?“ Diese Pferde lesen ihre Menschen wie offene Bücher. Ein Left Brain Intro weiß genau was es will und es ist nicht dazu be-reit Menschen irgendetwas von sich aus zu geben, außer man belohnt es seinen Vorstellungen entsprechend angemessen. Auch wenn ein solches Pferd auf den ersten Blick als sehr faul erscheint; sein Gehirn ist es definitiv nicht. Es mag sich vielleicht langsam bewegen, aber denken kann es dafür umso schneller!

    Right Brain extrovertiert:

    Dieses Pferd benötigt dauernd die Versicherung, dass es nicht sterben wird. Es ist sehr schnell verwirrt und ängstlich; deshalb ist es sehr wichtig, die Din-ge so einfach wie möglich zu machen. Dies hilft ihm, sich besser entspannen zu können, da es sich so nicht dauernd überfordert fühlt.

    RightBrain introvertiert:

    Dieses Pferd ist schüchtern, ruhig und sehr zurückhaltend. Es vermeidet jede Art von Druck, indem es sich in sein Schneckenhaus zurückzieht. Deshalb ist es wichtig, dass man die Dinge sehr langsam macht, genügend Wiederholun-gen einbaut und ihm dann die Zeit gibt darüber nachzudenken. Sobald es sich traut, wird es damit beginnen, von sich aus mehr anzubieten.

    Pferde leben in einem Herdenverband mit fester Rangordnung. Der Herdenverband der Pferde gleicht der Struktur eines Unternehmens, eines Teams und auch der familiären Struktur, beginnend mit der Leitfunktion der Geschäftsführung, des Vorstandes oder des Familienoberhauptes. Entscheidend für das Überleben von Unternehmen bzw. dessen positive Entwicklungist der Kommunikations- und Führungsstil.



    Die Herde wird von einer erfahrenen Leitstute angeführt. Sie ist in der Regel ein älteres Tier mit einem umfangreichen Erfahrungsschatz über Weide- und Rastplätze. Sie weiß, wie man Fohlen erzieht und entscheidet bei Gefahr, wie sich die Herde zu verhalten hat. Der Leithengst ist dagegen für das Zusammen-leben und die Verteidigung der Herde verantwortlich. In jedem Herdenverband besteht eine strikte Rangfolge. Diese Ordnung dient dem Schutz der Herde und trägt zum harmonischen Zusammenleben bei. Neben Leitstute und Leithengst hat jedes Herdenmitglied eine festgelegte Position. Den rangniedrigeren Tieren gibt dies ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Sie wissen genau, was sie dürfen und was nicht.

    Was können Menschen, Führungskräfte und Teams von Pferden als Co-Trainer lernen?

    Zum besseren Verständnis und zur Reflektion unserer verbalen und nonverbalen Kommunikation, deren Auswirkung und Botschaft eignen sich Pferde als Co-Trainer ganz besonders. Pferde als Fluchttiere und soziale Wesen reagieren direkt und ausschließlich auf die Körpersprache des Menschen und lassen sich nicht von aufgesetztem oder vorgespieltem Verhalten täuschen. Sie lassen sich nicht von Statussymbolen beeinflussen. Statussymbole wie Armani-Anzüge oder Rolex-Uhren beeindrucken sie in keiner Weise.

    Dabei besitzen Pferde eine hohe Teamfähigkeit, eine hohe Sozialkompetenz und eine äußerst flexible Anpassungsfähigkeit. Sie beobachten sehr genau und geben klare Rückmeldung, direkt, einfach und gerade heraus. Damit sind sie gute Kommunikatoren, von denen Menschen in Führungspositionen und Teams viel lernen können. Oder anders ausgedrückt, mittels des direkten Feedbacks der Pferde können Menschen, Führungskräfte und Teams ihr Kommunikations- und Führungsverhalten auf den Prüfstand stellen.

    Eine beispielhafte Erlebnis-Übung:

    Frage: Ist mein Führungsstil passend?

    Aufgabe: Führen eines Right Brain introvertiertes Pferd über einen Parcours, forsch und mit Druck

    Ergebnis: Ausgang fraglich

    Reflektion: Führungsstil unpassend, ändern

    Es gibt eine Vielzahl von handlungs- und erlebnisorientierten Übungen. Die Auswahl und Reihenfolge in den Workshops richtet sich nach dem jeweiligen Bedarf - welche Kompetenz gilt es zu entwickeln und der Zielsetzung - was soll erreicht werden.


    Die Graphik verdeutlicht die generelle Vorgehensweise in den Workshops



    In den Workshops können Führungskräfte beispielsweise:



    In den Workshops können Teams beispielsweise:



    Die Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten zeigen, erlebnis- und handlungsorientierte Übungen wirken schneller und vor allem nachhaltiger.

    Emotionales Erleben erhöht die Bereitschaft zur Veränderung




Neugierig geworden? Dann hier reinschnuppern:


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